Zwei Seelen wohnen ach, in meiner Brust,
die eine ist höchst strukturell,
gefällt sich selbst im Naturell,
lässt der Menschlichkeit den Raum,
den sie zum Atmen braucht,
damit es noch ein Atmen gibt.
Zwei Seelen wohnen, ach,
die eine ist höchst herzgetrieben,
getrieben, nicht gesteuert.
Dekonstruiert sich von der Seele zum Wahn
und bleibt nicht psychologisch.
Verachtet abgeschmackte Zitate,
das Wort "abgeschmackt",
und kommt nicht ohne aus.
Es fehlt ihr an Beobachtungsgabe,und Obhut.
Es mangelt ihr nicht an Poesiezwang.
Oh, Du schöne Reduktion,
auf lyrisches Chimärentum!
Was gebe ich auf Dich,
begegnetest Du mir endlich einmal
im Charakter einheitlich.
Sommer hier// ...und für uns bleibt nur das schöne Leben.
Ekelhaft authentisch.
20. Februar 2012
12. Februar 2012
Geschultert: Die Melancholie.
Geschultert: Die Melancholie
Alle 4 Jahre,
scheint's uns umzutreiben,
verlauteten die Eltern,
und beschlossen doch zu bleiben.
„Alle 4 Jahre, nur darauf kannst Du baun,
lass ich's mir nicht nehmen,
im Quartalstakt abzuhaun.“
Ich reise doch so gerne,
was reizt mich denn am Stehen?
Flüster ich mir leise und vermag noch nicht zu gehen.
Geschultert: Die Rastlosigkeitsmelancholie.
Tränen wisch ich mir vom Aug,
mit ihrer eignen Melodie.
Ich sage: Es wird Zeit! Berlin steht ohne mich.
Ein jeder lässt die Leinen los,
auf die ihm eigne Weise,
vielleicht reis ich lieber leise,
und noch eins weiß ich nicht,
Reise ich für zwei,
Reise ich für Dich?
Alle 4 Jahre,
scheint's uns umzutreiben,
verlauteten die Eltern,
und beschlossen doch zu bleiben.
„Alle 4 Jahre, nur darauf kannst Du baun,
lass ich's mir nicht nehmen,
im Quartalstakt abzuhaun.“
Ich reise doch so gerne,
was reizt mich denn am Stehen?
Flüster ich mir leise und vermag noch nicht zu gehen.
Geschultert: Die Rastlosigkeitsmelancholie.
Tränen wisch ich mir vom Aug,
mit ihrer eignen Melodie.
Ich sage: Es wird Zeit! Berlin steht ohne mich.
Ein jeder lässt die Leinen los,
auf die ihm eigne Weise,
vielleicht reis ich lieber leise,
und noch eins weiß ich nicht,
Reise ich für zwei,
Reise ich für Dich?
31. Januar 2012
Dienstag ist wie Montag: Bookishs Predigt.
Jedes Wort in den Bücherschrank!
Leichtes in Fach eins, Geschätztes in Fach zwei,
in der Mitte, was man nie gelesen hat,
und was man lieber nie gelesen hätte,
Schweres unten.
Eine Anhäufung von Buchstaben, die zu Worten wird,
zu Büchern, zu Schrank.
Oh, Metamorphose!
Leichtes in Fach eins, Geschätztes in Fach zwei,
in der Mitte, was man nie gelesen hat,
und was man lieber nie gelesen hätte,
Schweres unten.
Eine Anhäufung von Buchstaben, die zu Worten wird,
zu Büchern, zu Schrank.
Oh, Metamorphose!
23. Januar 2012
Montagsgedicht: Keiner kann eben.
Eine neue Kategorie als Hommage an Mascha Kaléko, deren Schaffenskraft einst angekurbelt wurde, durch die Veröffentlichung von Montagsgedichten, Woche für Woche, in der "Vosschen Zeitung."
Ein Gedanke um halb zehn
Ganz schön früh jetzt
rügt mein Kaffee.
Ob ich es schaffe ihn fest zu halten,
ohne aus dem Haus zu gehn?
Schon vergessen
vielleicht nie gewesen
durch den hintersten
U-Bahneingang.
Flüchtig noch beim Mittagessen.
Dann mein Versuch, Fast-Food langsam zu schlucken.
Geniesen und mal gucken, ob das geht.
Es findet sich immer einer
der vor der Leuchtreklame
und zu dir steht.
Du spielst Klavier,
ergreifst meine Hand,
den Kandiszucker,
die gepunktete Tasse.
Ich komme zu dir.
Allein
zwischen uns bleiben
Kippen.
Die Haferkekse,
Der Bio-Earl-Grey.
Ich wähne, ich bin ziemlich romantisch
bisweilen,
und kippe den Froschreiniger
chlorfrei und giftgrün,
summend ins Stacheldrahtgästewc.
Ein Gedanke um halb zehn
Ganz schön früh jetzt
rügt mein Kaffee.
Ob ich es schaffe ihn fest zu halten,
ohne aus dem Haus zu gehn?
Schon vergessen
vielleicht nie gewesen
durch den hintersten
U-Bahneingang.
Flüchtig noch beim Mittagessen.
Dann mein Versuch, Fast-Food langsam zu schlucken.
Geniesen und mal gucken, ob das geht.
Es findet sich immer einer
der vor der Leuchtreklame
und zu dir steht.
Du spielst Klavier,
ergreifst meine Hand,
den Kandiszucker,
die gepunktete Tasse.
Ich komme zu dir.
Allein
zwischen uns bleiben
Kippen.
Die Haferkekse,
Der Bio-Earl-Grey.
Ich wähne, ich bin ziemlich romantisch
bisweilen,
und kippe den Froschreiniger
chlorfrei und giftgrün,
summend ins Stacheldrahtgästewc.
17. Januar 2012
Neues vom Gedankenkater
Inmitten von Zwischenwelt
-Studium, Mutter und Vater,
wo sich's rigoros zu besaufen gilt,
räkelt sich Gedankenkater.
Hab ich's bequem, lass ich nicht zu viel liegen,
schaff ich's bis 10 noch die Kurve zu kriegen.
Lebendig zwischen Prokrastination, lernen und bangen,
nehms ich's Duell auf,
mir Ehr zu erlangen.
Feministinnenehrenwörter, Liebe und Wein,
die große Weltverbesserung,
aber billig, nicht schädlich!
soll's daneben noch sein.
Und wenn nachts um 2
dann die letzte Sirene schreit,
klopft mein Herz,
im Stakkato,
zum Stillstehen bereit.
Wenn dann noch der Kater meine schwere Brust bespringt,
flüster ich leise: "Gute Nacht, Gute Nacht"
der nächste Morgen beginnt.
-Studium, Mutter und Vater,
wo sich's rigoros zu besaufen gilt,
räkelt sich Gedankenkater.
Hab ich's bequem, lass ich nicht zu viel liegen,
schaff ich's bis 10 noch die Kurve zu kriegen.
Lebendig zwischen Prokrastination, lernen und bangen,
nehms ich's Duell auf,
mir Ehr zu erlangen.
Feministinnenehrenwörter, Liebe und Wein,
die große Weltverbesserung,
aber billig, nicht schädlich!
soll's daneben noch sein.
Und wenn nachts um 2
dann die letzte Sirene schreit,
klopft mein Herz,
im Stakkato,
zum Stillstehen bereit.
Wenn dann noch der Kater meine schwere Brust bespringt,
flüster ich leise: "Gute Nacht, Gute Nacht"
der nächste Morgen beginnt.
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Poetisch,
Soziologisch,
Stadt
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11. Januar 2012
Das Gegenteil von Dankbarkeit.
Ich habe eine neue Lebensphilosophie gefunden. Sie steht eurem bescheuerten, sinnlosen, verdrogten Hedonismus genauso hemmungslos und ekstatisch entgegen! Was sagt ihr jetzt?
Ich werfe ein Herz, ein menschliches, den ganzen Tag über an eine graue Betonwand, und alles, was ihr seht, ist meine Silhouette von hinten. Ich gucke einfach zu, wie es hart aufprallt und rote Streifen auf der Wand zieht. Die Wand eines Betonbalkons. Ich könnt den ganzen Tag singen: Betonbalkon. Und weinen.
Ich bin eine junge Frau in einem Anzug aus schwarzer Baumwolle. Ich habe kurze Haare, und der Anzug ist maßgeschneidert, und ich habe nun einmal Hüften, verdammt!
Ist ja auch egal, alles, was ihr von mir seht, ist sowieso von hinten.
Auch ich hab n Weilchen mit der goldenen Kugel gespielt, hab nach ihr getaucht, und dann notfalls doch den Frosch gebeten, mir zu helfen. Hätt ja ein Prinz werden können, dacht ich mir, als ich ihn an die Wand klatschte. und war dann doch ganz froh, als es nur ein menschliches Herz wurde. Wird Frosch zu Herz, wo jemand Grünes will oder so.
Jetzt ziehts Striche und stinkt nicht.
Schön langsam, schön warm, schön purpur. Und ich habe mir dazu ein grimmiges Grinsen ausgedacht und denke: Heute wein ich, morgen denk ich, übermorgen schreib ich ihn doch. Und das heute, wo mittlerweile für einen gewissen Kreis die Bezeichnung Berlinroman gottseidank eine Beleidigung darstellt.
Uhrwerk purpur. Orang ja trotzdem irgendwie. Und es läuft, es läuft, es läuft beständig, obwohl es ausblutet. Ich weiß, ist doch schließlich meins.
Dabei seid ihr mir eigentlich viel zu langweilig, alle miteinander, um über euch zu schreiben.
Ich habe mir die Traurigkeit verordnet, wie ihr euch den hemmungslosen Spaß. Wir tanzen auf dem selben Parkett, People: Es ist abschüssig, ich spürs auch.
Und da ich ja nur mit dem Rücken zu Welt stehe, mit dem Kopf zur Betonwand, kann ich euch zum Glück nicht mehr sehen. Wenn ich mich manchmal, einmal im Monat, wenn ich meine Verabredung mit der Welt habe, über die Schulter leicht umdrehe, denn das reicht mir schon an Gnädigkeit ihr gegenüber, find ichs einfach nicht so lustig wie ihr, sorry. Naja, wenn man nicht über rape-jokes lachen kann.
So much for the city, tell me that you dance till the end...
Ja, wie gerne hab ich das damals auch geglaubt, in die andere Richtung rennend als die Polizei, mit krachender Lederjacke, und irgendwie echt gedacht, das ist meine Stadt, die ich da verteidige. Und nicht eure. Ihr grenzt euch ab? Und wollt mich trotzdem, ihr wollt mich doch auch, da kann ich so viel Yuppiesport betreiben, dass ich ganz modeldünn werde, da kann ich noch so mädchenhaft schüchtern sein, da kann ich sonstwie daherkonservativen, ich schaffe es einfach nicht, dass ihr mich unsympathisch findet.
Sorry, aber mein Herz schlägt gegen eine Betonwand. Euer Hedonismus ist meine Traurigkeit. Euer Danke ist mein Selbsthass. Ich habs bequem, doch glücklich bin ich nicht.
Den Jutebeutel über der Schulter und den Kopf gegen die Wand. Nur so kann ich morgens noch aufstehen,um grimmig grinsen zu können.
Ich werfe ein Herz, ein menschliches, den ganzen Tag über an eine graue Betonwand, und alles, was ihr seht, ist meine Silhouette von hinten. Ich gucke einfach zu, wie es hart aufprallt und rote Streifen auf der Wand zieht. Die Wand eines Betonbalkons. Ich könnt den ganzen Tag singen: Betonbalkon. Und weinen.
Ich bin eine junge Frau in einem Anzug aus schwarzer Baumwolle. Ich habe kurze Haare, und der Anzug ist maßgeschneidert, und ich habe nun einmal Hüften, verdammt!
Ist ja auch egal, alles, was ihr von mir seht, ist sowieso von hinten.
Auch ich hab n Weilchen mit der goldenen Kugel gespielt, hab nach ihr getaucht, und dann notfalls doch den Frosch gebeten, mir zu helfen. Hätt ja ein Prinz werden können, dacht ich mir, als ich ihn an die Wand klatschte. und war dann doch ganz froh, als es nur ein menschliches Herz wurde. Wird Frosch zu Herz, wo jemand Grünes will oder so.
Jetzt ziehts Striche und stinkt nicht.
Schön langsam, schön warm, schön purpur. Und ich habe mir dazu ein grimmiges Grinsen ausgedacht und denke: Heute wein ich, morgen denk ich, übermorgen schreib ich ihn doch. Und das heute, wo mittlerweile für einen gewissen Kreis die Bezeichnung Berlinroman gottseidank eine Beleidigung darstellt.
Uhrwerk purpur. Orang ja trotzdem irgendwie. Und es läuft, es läuft, es läuft beständig, obwohl es ausblutet. Ich weiß, ist doch schließlich meins.
Dabei seid ihr mir eigentlich viel zu langweilig, alle miteinander, um über euch zu schreiben.
Ich habe mir die Traurigkeit verordnet, wie ihr euch den hemmungslosen Spaß. Wir tanzen auf dem selben Parkett, People: Es ist abschüssig, ich spürs auch.
Und da ich ja nur mit dem Rücken zu Welt stehe, mit dem Kopf zur Betonwand, kann ich euch zum Glück nicht mehr sehen. Wenn ich mich manchmal, einmal im Monat, wenn ich meine Verabredung mit der Welt habe, über die Schulter leicht umdrehe, denn das reicht mir schon an Gnädigkeit ihr gegenüber, find ichs einfach nicht so lustig wie ihr, sorry. Naja, wenn man nicht über rape-jokes lachen kann.
So much for the city, tell me that you dance till the end...
Ja, wie gerne hab ich das damals auch geglaubt, in die andere Richtung rennend als die Polizei, mit krachender Lederjacke, und irgendwie echt gedacht, das ist meine Stadt, die ich da verteidige. Und nicht eure. Ihr grenzt euch ab? Und wollt mich trotzdem, ihr wollt mich doch auch, da kann ich so viel Yuppiesport betreiben, dass ich ganz modeldünn werde, da kann ich noch so mädchenhaft schüchtern sein, da kann ich sonstwie daherkonservativen, ich schaffe es einfach nicht, dass ihr mich unsympathisch findet.
Sorry, aber mein Herz schlägt gegen eine Betonwand. Euer Hedonismus ist meine Traurigkeit. Euer Danke ist mein Selbsthass. Ich habs bequem, doch glücklich bin ich nicht.
Den Jutebeutel über der Schulter und den Kopf gegen die Wand. Nur so kann ich morgens noch aufstehen,um grimmig grinsen zu können.
3. Januar 2012
Rauhnächte.
Nieseliger Jänner,
in Pfützen zu springen,
hält uns im alten Jahr.
Die feisten Weihnachtsäpfel Dich übern späten Dezember,
mich die schlaflosen Tage zwischen den Jahrn.
Ich halte fest,
ich halte fest,
was längst vergangen ist.
Denn in Erinnerung liegt Dauer.
Und die ist nicht die Ewigkeit,
mein Kind.
How happy is the blameless vestal's lot!
The world forgetting, by the world forgot.
Eternal sunshine of the spotless mind!
Each pray'r accepted, and each wish resign'd
(Alexander Pope: Eloisa to Abelord)
in Pfützen zu springen,
hält uns im alten Jahr.
Die feisten Weihnachtsäpfel Dich übern späten Dezember,
mich die schlaflosen Tage zwischen den Jahrn.
Ich halte fest,
ich halte fest,
was längst vergangen ist.
Denn in Erinnerung liegt Dauer.
Und die ist nicht die Ewigkeit,
mein Kind.
How happy is the blameless vestal's lot!
The world forgetting, by the world forgot.
Eternal sunshine of the spotless mind!
Each pray'r accepted, and each wish resign'd
(Alexander Pope: Eloisa to Abelord)
21. Dezember 2011
Ein melancholischer Kontinent. Und ich finde es zum Kotzen, übrigens.
Heute ist meine Nudelsoße extra dünn und kalt ausgefallen, damit der Rotwein darin mich wenigstens ein bisschen betrunken macht. Diese Jahreszeit soll immer so ein Melancholieding sein, aber das ist sie vielleicht nur für Menschen, die nicht gern drinnen sitzen. Mensch, ich aber doch eigentlich schon.
"Zünd Dir Kerzen an, nur für Dich selbst", das soll laut Christiane Rösinger in einem Beziehungsratgeber als Trost für Langzeit-Singles gestanden haben, und ich glaube es ihr gern. Übrigens ist Weihnachten auch nur ein langer Elterngeburtstag mit Schnee auf der Straße und hinter der Adventskalenderschokolade wittert die leere Hülse einer Figur. Fasste mich jemand jetzt an der Hand, ich würde liebend gern durch den Schnee stapfen. Aber in Berlin gibt es ja nie etwas Echtes, keine echten Drogen, keine echten Weihnachtsbäume, keine echten Menschen, keine echten Nachbarn, nur Alibiadressen und Postfächer, die zu besuchen nur in gewissen Stunden ratsam ist, wenn Dir alles zu laut wird, im Gespräch Deiner Gefühle und Du die Stille des Sinnlosen suchst. Denn nichts ist leiser als Leere und Einsamkeit, und das bisschen Tristesse umsonst kannst Du in Deinem Wohlstand auch noch verschmerzen. Ach, komm.
Es verlässt einen die Melancholie übrigens eigentlich ganz schnell, man müsste sich nur verlieben oder nach draußen gehen. Am Telefon eine alte weibliche Stimme: "Wir sind alt, wir wünschen keinen Kontakt mehr nach außen" und es ging um die Beantwortung zu Fragen zu Radiosendern. Wissen Sie, dass ich Ihnen beweisen kann, dass Eminem und Brahms mehr miteinander zu tun haben als Nirvana mit Sonny and Cher? Könnte ich rein, soziologisch, nicht musikalisch übrigens, aber das interessiert mich nicht, genausowenig eigentlich, ob Europa ein melancholischer Kontinent ist, und was das überhaupt sein soll. Ich konnte Trauerweiden niemals leiden.
"Zünd Dir Kerzen an, nur für Dich selbst", das soll laut Christiane Rösinger in einem Beziehungsratgeber als Trost für Langzeit-Singles gestanden haben, und ich glaube es ihr gern. Übrigens ist Weihnachten auch nur ein langer Elterngeburtstag mit Schnee auf der Straße und hinter der Adventskalenderschokolade wittert die leere Hülse einer Figur. Fasste mich jemand jetzt an der Hand, ich würde liebend gern durch den Schnee stapfen. Aber in Berlin gibt es ja nie etwas Echtes, keine echten Drogen, keine echten Weihnachtsbäume, keine echten Menschen, keine echten Nachbarn, nur Alibiadressen und Postfächer, die zu besuchen nur in gewissen Stunden ratsam ist, wenn Dir alles zu laut wird, im Gespräch Deiner Gefühle und Du die Stille des Sinnlosen suchst. Denn nichts ist leiser als Leere und Einsamkeit, und das bisschen Tristesse umsonst kannst Du in Deinem Wohlstand auch noch verschmerzen. Ach, komm.
Es verlässt einen die Melancholie übrigens eigentlich ganz schnell, man müsste sich nur verlieben oder nach draußen gehen. Am Telefon eine alte weibliche Stimme: "Wir sind alt, wir wünschen keinen Kontakt mehr nach außen" und es ging um die Beantwortung zu Fragen zu Radiosendern. Wissen Sie, dass ich Ihnen beweisen kann, dass Eminem und Brahms mehr miteinander zu tun haben als Nirvana mit Sonny and Cher? Könnte ich rein, soziologisch, nicht musikalisch übrigens, aber das interessiert mich nicht, genausowenig eigentlich, ob Europa ein melancholischer Kontinent ist, und was das überhaupt sein soll. Ich konnte Trauerweiden niemals leiden.
20. November 2011
Ein Wettbewerb.
Schreiben Sie doch bitte einmal etwas Schönes, um den Herbst zu erhellen.
Zum Beispiel bei einem Spaziergang
Zum Beispiel bei einem Spaziergang
7. November 2011
Novemberdicht.
Ich esse meinen Abdeckstift, während ich leere Lippenstifthülsen auf Fensterbrettern untersuche, um zu sehen, ob noch ein Rest fremder Farbe auf meine bleichen Lippen passt. Der Asphalt sonnt mich von unten, denn nach oben wagt mein Blick nicht zu gehen. Wenn wir träumen von den Liedern, die wir kannten, ist es die Leichtigkeit, die sich in dem Netz verfängt, das wir uns stilvoller gewoben haben, als es uns ein Hippieladen verkaufen könnte.
"Sommer ist nicht hier, Sommer ist nicht hier", hatte mir einmal jemand hektisch zugerufen, die der deutschen Sprache weniger mächtig war als der Kenntnis dieses Blogs. Es war Spätherbst gewesen und ein erstaunlich kalter für Berlin, und ich war nicht überrascht, glücklich zu sein, in dieser Zeit, über Teewasser, Muffins und einer aufgeschobenen Zukunft. Eine herrliche Hommage.
Hommagen beginnen nämlich in wehenden Mantelkrägen, und wenn einer im Wind etwas ruft, und Du kannst es hören, dann dreh Dich um und lass den Regen in den Kragen laufen. Nimm Deine Mütze ab und lächle entgeistert, und spüre wie das Wasser kalt ist, kalt ist, Herbst ist, Herbst ist, bis der letzte Strudel in der Pfütze verblättert und Du Dich in Deinen Schlammspiegel verliebst.
"Sommer ist nicht hier, Sommer ist nicht hier", hatte mir einmal jemand hektisch zugerufen, die der deutschen Sprache weniger mächtig war als der Kenntnis dieses Blogs. Es war Spätherbst gewesen und ein erstaunlich kalter für Berlin, und ich war nicht überrascht, glücklich zu sein, in dieser Zeit, über Teewasser, Muffins und einer aufgeschobenen Zukunft. Eine herrliche Hommage.
Hommagen beginnen nämlich in wehenden Mantelkrägen, und wenn einer im Wind etwas ruft, und Du kannst es hören, dann dreh Dich um und lass den Regen in den Kragen laufen. Nimm Deine Mütze ab und lächle entgeistert, und spüre wie das Wasser kalt ist, kalt ist, Herbst ist, Herbst ist, bis der letzte Strudel in der Pfütze verblättert und Du Dich in Deinen Schlammspiegel verliebst.
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