20. August 2010

Von fremden Galaxien zu Zeitreisen und zurück...

möchte ich träumen.
Hatte ich vor kurzem noch eine Phase, in der ich mich an meine Träume einfach nicht erinnern konnte, so kann ich es in den letzten Wochen nur allzu gut. Das ist nicht schön, denn sie sind leider nie verträumt, sondern entweder genauso gemein wie die Realität, zeigen also einfach einen aktuellen Zustand an, oder sie projizieren eigene Probleme auf andere Menschen oder sie gaukeln mir simpel irgendetwas vor, über das ich mich sehr freuen würde und das Aufwachen bringt Ernüchterung. Alles in allem wache ich also, nach jeder Nacht, egal welch Abend vorausgegangen sein mag, mit einem derartigen Gedankenkater auf, als hätte ich mich vorm ins Bett gehen mit allen schlechten Seiten des Lebens trunken gemacht. Schöner Mist!
Wieso kann ich nicht zu den Träumen meiner Kindheit zurückkehren? Die waren weitaus fantastischerer Gestalt. Oft waren es sehr grausame Märchenwelten, doch nachdem mein Herzschlag nach dem Aufwachen immer vor Angst kurz aussetzte, war die Euphorie, die mir danach anzeigte, dass es nur ein Traum war, unbezahlbar. Und da ich immer für Herzschlag aussetzen mit darauffolgender Euphorie und "alles wird gut" Stimmung bin, will ich sowas wieder. Oder einfach Sachen träumen, die gar nichts mit meinem Sein, dem Großstadtsein, dem Mensch auf dieser Welt sein zu tun haben. Ich möchte auf fremden Planeten wandeln, eine Weltraumheldin sein, in der Zeit reisen, als Legofigur verbaut werden. Ich möchte aufwachen und fest stellen, dass ich nicht dort bin, sondern in meinem Berliner WG-Zimmer und dass das auch gut so ist. Mich mutig dem Alltag stellen, sinnvoll und nicht nur mit eigenen Befindlichkeiten beschäftigt, geht vielleicht nur, wenn meine Träume mich ganz weit von ihm entfernen.
Was mag nun Abhilfe schaffen? Ich denke an Star Trek sehen vorm Einschlafen. Weiteren Vorschlägen gegenüber bin ich dankbar.

Kommentare:

  1. besser keinen käse :)
    http://www.viceland.com/germany/v6n6/htdocs/workin-on-my-night-cheese-439.php?page=1

    aber liebes, du willst deine träume beeinflussen? die durch alles, was sie darstellen, unsagbar tief mit dir verbunden sind? ich hasse meine träume auch oft. es hilft, mir zu wünschen, mich nicht zu erinnern. doch dein bewusstsein im wachzustand bildet das mindestens genauso wichtige gegenstück zu deinen unbewussten, den spiegel vorhaltenden träumen. und weil unsere leben zwar schwierig, aber nicht scheiße sind, sage ich: das ist schon ok so. vielleicht wirds auch schon dadurch besser. und das wünsch ich dir.

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  2. Was für ein toller Artikel! Fancy Shit! Ich esse sehr oft noch nen halben Camembert vorm Einschlafen, das erklärt wohl so einiges!
    Ach, Träume ich weiß nicht. Natürlich ist das mit der Kontrolle eher Koketterie, aber sollte es denn nicht einen Lebensbereich geben, der hm, eben weniger real ist, als die Realität?In dem man sich nicht mit Kompromissen zufrieden geben musss? Allerdings, da wir das im echten Leben ja auch kaum tun, sind die Szenarien wohl auch nicht ohne Grund da.Aha! Die Spiegelwelt des gescheiterteb Märchens ist die geträumte, allzu reale Nicht-Realität!
    Danke auf jeden Fall, my sister in brave...

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  3. Mein Tipp: Lies ein Buch. Meins! Kommt am 1.9. raus und beschreibt einen Manager und Familienvater der Jetztzeit der von Zeitreisen träumt (noch einer ;-) Spontane Grüße vom Autor
    www.lostinhistory.de/zeitreisen

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