8. März 2013
Rauchzeichen pt. II
25. November 2012
Und deshalb beiß ich Dich jetzt.
Sie war in mich verliebt. Sie hat mir in die Wange gebissen, sie sagte, sie hätte das aus Liebe getan, und dann ist sie weggelaufen und hat lange kein Wort mehr mit mir gesprochen. Sie heißt Anne-Sophie*.
Dieser Akt der Eifersucht geschah vor 20 Jahren, und das hübsche, dunkelhaarige Mädchen, das als einzige im Kindergarten schon Lackschuhe, Nagellack und Lippenstift trug, wusste vielleicht nicht (aber wer weiß das schon?), welchen bleibenden Eindruck und welch düsteren Fluch sie mit ihrer Tat in meinem Leben hinterlassen würde. So wie ich damals nicht gewusst hatte, dass auch die letzten Milchzähne noch weh tun können, und wie man seinen Eltern erklärt, warum man eine angeschwollene Backe hat, ohne auch im Rest des Gesichts rot zu werden, und dass man instinktiv entscheidende Details weglassen muss (Liebe, bei der ich mir nicht sicher war, ob ich sie erwiderte), und eigentlich viel sorgenerregendere dazuerfinden (Streit, Aggressivität) so hatte ich vor drei Monaten nicht gewusst, dass ich in einem polnischen, großstädtischen Hinterhof zwar zwei paar Schuhe, einen schweren Mantel, einen Haufen geregelten Papierkram und letzte Adoleszenswirren ablegen konnte, aber trotzdem mit drei Taschen Gepäck und 24 Jahren auf dem Buckel wieder zurück in mein Berliner WG-Zimmer ziehen musste.
So hatte ich vor 2einhalb Jahren nicht gewusst, dass es zwar das Ende einer Ära der romantischen Pubertät bedeutete, als ich am Ufer des Charlottenburger Kanals einen Bloody Mary nach dem anderen trank und heulte, dies aber gerade mal den Beginn meiner ganz persönlichen Aufklärung markierte.
Als ich vor 10 Monaten beschloss, den seit vier Jahren in mir gereiften Entschluss, eine Weile in Polen zu leben, mit einem Aufenthalt in Krakau in die Tat umzusetzen, hatte ich nicht geahnt, dass dies zu einer der schönsten Zeiten meines Lebens werden könnte, aber auch nicht, dass ich drei Nächte davon heulend im Bett verbringen würde, fest entschlossen, nie wieder eine Zeile zu schreiben. Hätte ich damals doch gewusst, dass ein Gedanke an Anne-Sophie mir den düsteren Rhythmus zu meinem aggressiven Schreibmaschinenesken Tastaturgeklapper immer wieder bieten würde, weil ich seit damals gar nicht anders kann. Als permanent zu kämpfen, und dabei sei zu beachten, dass ich mich durchaus im ökonomischen Kapital familiär in der halb-akademischen Mittelschicht verorten kann. Kulturell aber nicht. Und eben auch nur halb, zu Gunsten der männlichen Seite.
Ich bin eine Frau von 24 Jahren, und sitze des öfteren Männern gegenüber, die genau solche Ansichten in mein Gesicht lachen. Es ist eine Generation der 1978 bis 1983 geborenen männlichen Mitmenschen, um es mal grob zu fassen. Und genau aus diesem Grund lasse ich mich nicht mit dem Hinweis auf Satire vertrösten. Ihr denkt das doch wirklich, Leute. Verarscht euch doch nicht selbst. So wird jeder in der Pubertät erlebte Korb ein politischer Akt, mit dem sich das schlechte Gewissen, was vielleicht doch den ein oder anderen Sesselfurz hin und wieder etwas brennen lässt, schnell wütend zum Fenster der obersten Etage hinaus verflüchtigen können lassen kann. Und am besten dann noch eine Anti-feministische Cis-Gender zur Busen-Freundin, die wahnsinnig hübsch ist und wahnsinnig froh, eine Frau zu sein, weil ihr das schon so viele Vorteile verschafft hat. Vielleicht kannten sie aber auch mal einen Hans-Ullrich, eine Anne-Sophie, und haben einfach andere Schlüsse daraus gezogen, als ich. Vielleicht dient die Unterstreichung der eigenen Macht und die Rechtfertigung der Herrschaftsverhältnisse einem einfachen Verstande, zu ordnen, was zu schwierig zu begreifen ist. Und dann beißt man einfach mal zu, weil es so schwer ist zu ordnen, wenn sich da welche versammeln, und am Thron rütteln.
Man kann noch so boshaft auf den Verfall ab 25 hinweisen. Ich bleibe optimistisch. Vielleicht, weil ich vor vier Jahren schon meinen 20. einfach größer hätte feiern sollen. Keine Leistung als selbstverständlich hinnehmen, nur weil einem jeder einredet, es sei ganz einfach. Ich hatte damals das Abitur geschafft, nachdem mir 10 Jahre zuvor gesagt wurde, ich würde nicht aufs Gymnasium gehören, ich sei zu schlecht in Mathe. Ich habe habe vor einem halben Jahr einen Bachelor in Germanistik und Soziologie erworben, inklusive drei Teilen Statistik und freue mich trotzdem im Gedenken an meine Mathelehrerin immer noch mehr darüber, dass ich super im Kopf rechnen bin. In meiner Bachelorabschlussphase fragte mich auch so ein Dreißig-jähriger, warum ich so einen Kackbachelorschnitt habe, und dass es für mich mit einem Master schwer werden würde. Ich schrieb meine Abschlussarbeit wütend fertig, verbesserte meinen Schnitt, schickte fünf Masterbewerbungen an Unis ab und wurde an vieren genommen. Mein Lebenslauf sagt, dass ich immer überall und nirgends gewesen bin, aber auch, dass ich ziemlich viele Dinge kann. Dass ich eine Frau bin, hat mir bei all dem aber ganz sicher nie geholfen. In einer Schulklasse im musischen Gymnasium, in dem Frauen die Mehrheit bildeten, war ich nichts besonderes, ebenso wenig wie im Germanistikstudium, in dem mensch ohnehin nur eine zu prüfende Matrikelnummer war. Ich gucke besorgt zur 30 hin, aber bisher gings ja bergauf, trotz Leiden an den bestehenden Umständen, weil pink vor Wut sein zum Klettern und Abseilen auf-, zwischen-, und unter den Strukturen animiert.
Ich hatte keine Ahnung, was ich wollte, nur dass es weg von der provinziellen Enge war, und was ganz anderes. Denn was mir widerfahren ist: Ich bin dabei, der Mensch zu werden, der ich wohl schon immer mal werden sollte. Ich bin gespannt darauf, 30 zu sein. Und hoffe eigentlich, dass mir nie wieder eine/r in die Wange beißen wird, um sein Gefühl auszudrücken. Und bis dahin die Menschen verstummt sind, die uns nur sagen können, dass "wir" toll sind, wenn sie damit Ungleichheiten rechtfertigen können.
*Name von Autorin geändert.
17. Juni 2012
They sentenced me to twenty years of boredom.
„Du kommst doch auch aus der Künstlerecke? Siehst jedenfalls so aus.“ Ich habe gelernt, wie eine Dame milde zu lächeln, und mir meinen Samtrock glattzustreichen.
Er trägt eine Baskenmütze, sandfarben, wie seine gelockten Haare, die sich beinahe um seine selbstgedrehte wickeln, die er sich mit einem neckischen Augenaufschlag anzündet. Ich tue ihm nicht den Gefallen, zu sagen: „Nö, Du wohl aber.“ Sondern versuche ein anderes Thema anzuschlagen. Wir haben ausführlich abgeglichen, dass wir die selben Länder bereisten, er jedes zweite gesellschaftliche Phänomen als „ethnologisch interessant“ empfindet, und für mich ein „soziologisch auch“ hinzufügt. Musikinstrumente. Museen. Kommunismus. Neben uns steht eine zierliche mit kurzem Pony und langem Stoffrock, „die lebt einfach nur“ und findet's „einfach nur schön hier“ und sie hat mich, die „Renate aus dem Museum,“ kennen gelernt, als sie meine Tasche abfotografiert hat. Ein Jutebeutel mit einem Mädchen, das Herzen kotzt. Sie möchte gern meinen Platz einnehmen, jetzt, sie gibt mir das zu verstehen, mit jedem Klappern ihrer Espandrillas. Das kann ich aus dem Augenwinkel sehen, während sie gleichzeitig ihrer Freundin, dem „Mäuschen“ laut genug flüstert, es langweile sie hier, niemand, den sie jetzt ansprechen möchte und zuhören macht sie müde.
Ich will doch längst selbst gehen, ich trotze ihr eigentlich nur, ihrer sich selbst reizend findenden Attitüde, ich weiß gar nicht warum. Vielleicht finde ich mich sogar selbst reizend dabei. Gieße mir schließlich seufzend Wodka in die Cherry Coke, komme eine halbe Stunde später zurück und höre, wie Leinenrock und Baskenmütze sich wechselseitig bestätigen, es füge sich schon, man müsse nur offen bleiben, nicht zu Hause herum sitzen, dann ergebe sich schon alles.
Wiederum ein Klogang später, ein paar Floskeln über Helsinki ausgetauscht, im einzigen englischsprachigen Gespräch auf der Party, mit einem Finnen und einem Isländer, erklärt mir eine aus der Kunstecke ihre Theorie des kulturellen Austauschs: Gleichgesinnte Europäer tauschen sich in Polen anders aus als in Deutschland. Auch sie hat ein Jahr in Berlin gewohnt.
Es soll endlich getanzt werden, denn die Gespräche machen die Menschen müde, das Nicken strengt an, das vom Gegenüber begeistert die Augen aufreißen, das Fragen nach Zigaretten und Feuerzeugen, die dritte Bestätigung von der vierten verschiedenen Person, dass man nicht wisse, wo es hingehe, aber man sei sicher, irgendwann sei man zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Die Luft ist sommerlich kalt, und so ein Balkon ist rar in Krakau, man kann über den Hinterhof über die Dächer blicken, den Rynek, und irgendwo dahinter muss Kazimierz liegen. Dorthin war mein Amerikaner, meine Begleitung, die keine blieb, weil ich mich verspätete, zurück geeilt, es ist ein gutes Stückchen Weg bis dahin, vom Außenring des grünen Gürtels, der die Innenstadt in spezifischer Weise umspannt, und tagsüber den täglichen Gängen etwas märchenhaftes verleiht, nachts gemieden werden muss. Stadtstreicher, verrückte Poeten, die Gefahr, auf Taubenfutter zu treten. So genau weiß ich das nicht. Ich war erst einmal hier, nachts. Die Karmelicka kann ich noch nicht sehen, ich wähne sie hinterm modernen Theater. Die Karmelicka ist nicht lyrisch, aber sicher, die Karmelicka ist die halb-ruhige Vene in den Adern des gerade von mir bewohnten Körpers, die mich heimführt, später.
Renate, einen Uwe soll es hier auch geben, der eine Frau geheiratet hat, deren Opa in Auschwitz war, weshalb er sich jeden Freitag zum Beit Krakau einfindet. „Have you met Uwe yet?“, fragen sie mich, sie sprechen Englisch, in der Hoffnung, sie wirken dann wie echte ErasmusstudentInnen, und jemand verirrtes klinkt sich dann vielleicht ins Gespräch. Es verirren sich viele, sie wollen eigentlich upstairs, und dahin bewegen sich alle, gemächlich, in dieser Wohnung kotzt es sich nicht gut. Wieder ein paar selbst gedrehte, ein Österreicher mit Idealismus, sein Studiengang wird abgeschafft, er wähnt sich interessante Dinge sagen, und zum Teil hat er auch Recht, er kann nicht viel dafür, dass ich müde bin und am Stück in Floskeln spreche. Die Gastgeberin hat inzwischen einen neuen Haarschnitt, ich habe mir meine Jacke über die Schultern gezogen. Die langberockte, die einfach nur lebt, die alles hier schön findet, die nicht weiß, was sie in einem Jahr macht, aber alles so schön, sitzt allein auf dem schmalen Bett in diesem großen Zimmer. Zu dritt wohnen sie hier, es befinden sich Bilder von nackten Frauen an den Wänden, Pin-up Style fünfziger, in einem Hostel haben sich die Fremden kennen gelernt, denen es nicht schwer fiel, Freunde zu werden. Sie sprechen sogar die selbe Sprache.
In Lingua-Franca Englisch träume ich schon lange nicht mehr, die Nachtmare sind einer Sprachlosigkeit gewichen. Ich trotte an den letzten Heimgängern mit rot-weißen Schals vorbei, Polen hat verloren heute, wir haben verloren heute, wie auch immer man es mir sagte, man sagte es mir. Es ist ein erstaunlich ruhiger Abend für ein Wochenende, noch niemals ist mir aufgefallen, dass es so wenig Straßenlaternen hier gibt. Morgen werden die Bäckereien wieder geöffnet sein, 7 Zloty werden mir teuer vorkommen, für zwei Gebäckstücke, doch es ist Sonntag und ich werde sie singen hören.
6. Mai 2012
Run Baby Run, Pt II
19. April 2011
Manchester, Spring 2011, oder Aus der Kategorie "Und für uns bleibt nur das schöne Leben": Mein Herz ist wie Toastbrot und die ganze Geschichte hier schmeckt langsam nach Essig.
So unrealistisch und zuckersüß wie die ewige Schulhofliebe mit dem Tintentattoo waren meine Tage in Manchester.
Es scheint mir, hier leben nur StudentInnen, die ihr bisheriges Leben nur danach schmachteten, in die Pilgerstatt des Heartbeats und Riffs ihrer Jugend (also Smiths, Oasis und so) zu ziehen, um hier alle Entbehrungen ihrer langweiligen Heimatstädte durch maßlosen Konsum schöner, also wirklich schöner Dinge zu sühnen.
Und ich mach einfach mal ein paar Tage mit.
Bin beinahe allein unter Deutschen bei Portugal The Man , da sie dort ein Vielfaches mehr an Popularität besitzen als hier.
Feiere mit ErasmusstudentInnen und Couchsurfern so Lagerfeueraction, um den Tipp für meinen neuen Lieblingsort zu bekommen.
Die Islington Mill in Salford. Salford liegt neben Manchester und hat einen schlechten Ruf, der ihm großartige Werbemöglichkeiten für eine verruchte Alternativkultur und verbotene Schönheit einbringt. In der Islington Mill findet am Sonntag, dem 10. 04. ausgerechnet ein Tag der offenen Tür statt, der neben einer Veggieband, die gleichzeitig mit Gemüse Musik macht und kocht, mir einen wundervollen Abend eröffnet, an dem unter anderem Stealing Sheep spielend teilnehmen. Sie mögen sich erinnern, ich rezensierte vor etwa einem Jahr ihr Konzert und ihre erste EP "What if the Lights went out" und fand, sie sollten Menschen werden, anstatt herumzunymphen. Und siehe da, sie haben eine neue Gitarristin, sie seelen und werden von den Indieprinzessinnen zu Harmoniesängerinnen , die die Schönheit des Lichtes in die heruntergeklappten Lichtschalter per Wunderkerzenfunken sprühen und brauchen kein Märchen mehr, können viel mehr endlich sympathisch sein, ohne forever niedlich zu bleiben. Frau ist nun bei Rough Trade. Ein Sieg für ein selbstbewusstes Frauenbild und die Popmusik! Ich bin begeistert!
Es geht weiter mit Austra. Ich habe selten eine Band gesehen, deren Sängerin ein derartiges Lady Gaga Imitations-gehabe an den Tag legt, deren Lyrik an den Gipfel der Dämlichkeit grenzt (man muss schon eine besondere Veranlagung zur Peinlichkeit haben, um "fire" auf "desire" zu reimen), deren unbarmherziges Schlagzeug und wundervolle, kräftige (oh mann, ja, es gibt Menschen, die noch singen können!) Stimme mich so verzaubert, dass ich mir wünschte, die Tante in durchsichtig und ohne Hose würde mich direkt nach Hause begleiten, neben meiner Badewanne stehen, mir ein Räucherkerzchen anzünden und mich erschauern lassen.
Dass Stimmen das noch können, ohne zu nerven!Entschuldigung, Regina, entschuldigung, Marina, ich verlasse mal kurz die übersensible Welt der Alltagsgefühle und emotionaler Intelligenz, ich habe mich für die dunkle Seite des narbigen, simplen, mir in den Bauch tretenden Verlangens entschieden. So dunkel ist es, so dunkel auch wie der tägliche Earl Grey,so dunkel ist der Weg zu Fuß von Salford, der verbotenen Stadt, der "other City", zurück ins nächtliche Manchester.
Teegeschmack auf den Lippen. Essigschips brennen auf der Haut. Mein Herz ist wie Toastbrot: Schwammig, nicht gerade kompakt, unheimlich tasty und dennoch ohne viel Substanz. Zumindest hier, wo nichts real zu sein scheint, ich mich umsehe und im Kopf meinen Kleiderschrank durchgehe, um etwas vom Stil der roten Backsteinreihenhäuser an meinem Körper durch das graue Berlin zu tragen.
Beim Kurztrip nach Liverpool werde ich sogar fast religiös, so irreal ist die ganze Situation hier. Zuviel Musik und Mode und gutes Wetter und zu wenig Sorgen für mein tortured mind.
Doch als ich wieder da bin, muss ich husten. Und sehe mich um. Es ist Frühling, verdammt.
Ja, so läufts, und so wirds weiter laufen, denn der Teufel scheißt auf den größten Haufen.
22. Februar 2011
Für euch ist ja schon Alltag, was ich nur das schöne Leben nenne...
"Liebe Mädels,
hat jemand von euch EMail Adresse von Frau Fleischauer? Ich kann den leider nirgendwo finden...
Liebe Grüße aus Warschau,
Zensur"
Eine E-Mail aus einer Stadt, die ich liebe! Die Frage nach einer Frau mit lustigem Namen! Und rund um meinen Namen und E-Mail Adresse alles E-Mailadresse mit einem @stadtforschungtu-darmstadt!
Voila, die Ebene der perfekten Spiegelpersönlichkeit ist erreicht! Das Brettspiel wurde in die Luft gehalten und unten hängt eine Welt dran!
Was macht es denn dann nun schon, dass nicht ich diese Regine Glaß bin? Nein, so ist es sogar noch viel besser. Im Paralleluniversum Darmstadt wohnt eine junge Frau namens Regine Glaß, in deren E-Mailadresse sich höchstwahrscheinlich ein Punkt befindet. Vielleicht hat sie das Problem, dass die Leute ihren Namen wie das Wasserglas aussprechen und die alte Rechtschreibung so sehr aus ihren Köpfen verschwunden ist, dass es nichts hilft, wenn man sie fünf Jahre postnachnamenerkenntnis noch korrigiert. Ganz sicher gefällt ihr aber das Studium der Stadtforschung, denn sie hat eine Kommilitonin, die in Warschau wohnt. Ganz sicher weiß sie ebenso wenig wie ich dass es eine Regine Glaß im Universum gibt, die die Berlinale ganz gern verpasst und ihre E-Mailadresse ohne Punkt schreibt, damit ihre E-Mails immer ankommen.
Jedoch, Regine, ich bin sehr froh, dass Du das so machst. Die E-Mail Deiner Freundin war ein willkommenes Eindringen in meinen Solipsistinnenalltag. Aber weil mir die E-Mailadresse von Frau Fleischauer so sehr ein Bedürfnis ist, wie im Februar am Fensterbrett zu liegen, wo sich in der Scheibe drüber 40 Grad warme Sonnenstrahlen brechen, schreibe ich sogleich eine E-Mail ins große Datenall, eine E-mail an Reginen mit Strichen und Punkten. Eine E-Mail an Warschau versendete ich bereits. Manchmal muss man gar nicht verreisen. Und an irgendwen werden die E-mails wohl ankommen. Reginen of the World, Unite!