"It's that crazy! I've lost my key, again!"
Joanna cried and kicked angrily at her bike. It was last week, she lost the key to her bike, had to break her own lock, looking like a thief. Why was this happening now, while she was walking around in the rain on the other side of the town. It had to be there! What was she doing here anyway? She already had known, that it is absolutley meaningless to talk to him; it would be the same everytime they were together! He didn't change at all. Her brain did understand, but her heart stucked in some way.
What was this? She found something in the inside pocket of her bag.
It felt so soft and so natural on the one hand, on the other so rough and tough. Was it some kind of wood? How was it put into her bag?
"Oh!", she laughed as she recognized that it was one of the expensive cigarillos she stole with Peter last summer from her father's house. They walked a long way from home then, to find the right place at the river to sit down, smoke and talk about utopic things.
But summer was gone now, the river was nearly frozen, since November came with its cold and hard spirit, which carries all your hopes and wishes for the future in the backyard of your life.
But it's always good to smoke when you're feeling like shit. Her hands were so cold, when she took out the lighter and lighted the last cigarillo. She leaned against the wall of her ex-boyfriend's house. Wasn't that ironic? It was no option to go into the house again. She had to go home by train and come back tomorrow to brake the brand new lock again. FUCK!
Imagining herself in summer, smoking with Peter, it was hard for her not to think of the photos he had taken of her. Her full face, her profile, a view of her hand, holding the cigarillo. Wearing a white top. He always liked her dressed in white. And her chain of white pearls, which was from her grandmother. He liked to call her "Girl Anachronism" because he thought she was more like a Hollywood-lady from the fifties than a postmodern girl. Wow, so many things, he said, she was, she acts, she wanted...
All the things he said while they were smoking on expensive cigarillos. The made her forget, how she defined herself. All the photos he had taken, they made her forget how she looked.
His camera became her mirror. Now she was smoking alone. And she recognized: She was a girl, who lost the keys to the lock of her bike very often, who leaned at the wall of her ex-boyfriends house in November and smokes on her father's expensive cigarillos. She looked quite good. Desperation suits every postmodern girl.
14. April 2011
13. April 2011
Ein Geruch und Gefühl von Regen, ein Geräusch von Bürokratie und im Wind der ratenzahlenden, hektischen Faulheit
"Ich bin krank gewesen und habe gearbeitet." sage ich selbstverständlich, als die Bibliothekarin mich, mitleidig, zugegeben, fragt, wie denn die dreistellige Summe an Bibliotheksgebühren zustande kommt. Merkwürdigerweise schäme ich mich gar nicht, denn ich bin wirklich krank gewesen und habe gearbeitet. Am Ende bin ich verreist. Mehr dazu mit Bebilderung bald.
Das Schreiben hat mir tatsächlich gefehlt, ich habe gehadert, was dieser Blog noch will und soll. Ich habe keine Lust mehr, Seelenvoyeure zu bedienen und Tagebuch kann man tatsächlich auch auf Papier schreiben. Jedoch versichert er mir meine Existenz und allein die Möglichkeit, in ein Außen zu treten, lässt mich mehr leben. Ein bisschen.
Zudem sind die letzten Wochen geschäftig und produktiv gewesen, ich habe mein Soziologiestudium abgeschlossen und auf Grund von Entzugserscheinungen werde ich populärsoziologisch vor mich hinbloggen, wenn mir der Sinn danach steht.
Neue Musik habe ich auch entdeckt, dem Theater bin ich aktiv und passiv treu geblieben, nur dem Schreiben, ja dem Schreiben bin ich abseits von Fragmenten fremd gegangen. Ich wollte wohl mal probieren, ob es ohne auch geht, ob ich es wirklich brauche, oder ob es zu meiner prätentiösen baskenmützenartigen Erscheinung schlicht die Hutfeder am Zylinder darstellt, während ich den Zylinder lässig in der Hand halten muss, weil die Baskenmütze den Kopf bereits besetzt. Die Wahrheit ist: Ich brauche den Zylinder, ob mit oder ohne Hutfeder. Oft habe ich Angst, dass mein Innen nur für mich so groß scheint, für alles Schriftliche zu klein ist. Aber es muss von innen nach außen, um blutig und organisch zu sein, und es muss raus, es muss raus und es soll ja auch.
Interessant in diesem Kontext ist auch, dass ich gerade meinen dritten Essay zu Jean-Améry verfasse, und wie es aussieht, geht die Entwicklung von einer literaturherzblutigen Betrachtung literarischen Engagements über die Manifestation kämpferisch Anti-deutscher Gesinnung mit winzigen Ansätzen zur Reflektion, die aber trotz hervorragender Benotung nicht allzusehr dazu beitragen den Peinlichkeitscharakter des Pamphlets zu verringern, bis zum sehr wahrscheinlichen Versuch, eine deutsch-jüdische Vergangenheitsbewältigung mit wissenschaftlicher Distanz zu betrachten. Ich guckte mir diese akademische Präferenz meinerseits teils amüsiert, teils verschämt errötend an um den Plan zu fassen, sie weiterzuführen. Anscheinend lässt sich hier ganz gut mein jeweiliger Status quo ablesen.
Geschäftig und produktiv geht es weiter, Don't Panic weiterhin als Leitsatz, den Regen im Ohr. As long as there is something to laugh, my life can't be that bad.
Das Schreiben hat mir tatsächlich gefehlt, ich habe gehadert, was dieser Blog noch will und soll. Ich habe keine Lust mehr, Seelenvoyeure zu bedienen und Tagebuch kann man tatsächlich auch auf Papier schreiben. Jedoch versichert er mir meine Existenz und allein die Möglichkeit, in ein Außen zu treten, lässt mich mehr leben. Ein bisschen.
Zudem sind die letzten Wochen geschäftig und produktiv gewesen, ich habe mein Soziologiestudium abgeschlossen und auf Grund von Entzugserscheinungen werde ich populärsoziologisch vor mich hinbloggen, wenn mir der Sinn danach steht.
Neue Musik habe ich auch entdeckt, dem Theater bin ich aktiv und passiv treu geblieben, nur dem Schreiben, ja dem Schreiben bin ich abseits von Fragmenten fremd gegangen. Ich wollte wohl mal probieren, ob es ohne auch geht, ob ich es wirklich brauche, oder ob es zu meiner prätentiösen baskenmützenartigen Erscheinung schlicht die Hutfeder am Zylinder darstellt, während ich den Zylinder lässig in der Hand halten muss, weil die Baskenmütze den Kopf bereits besetzt. Die Wahrheit ist: Ich brauche den Zylinder, ob mit oder ohne Hutfeder. Oft habe ich Angst, dass mein Innen nur für mich so groß scheint, für alles Schriftliche zu klein ist. Aber es muss von innen nach außen, um blutig und organisch zu sein, und es muss raus, es muss raus und es soll ja auch.
Interessant in diesem Kontext ist auch, dass ich gerade meinen dritten Essay zu Jean-Améry verfasse, und wie es aussieht, geht die Entwicklung von einer literaturherzblutigen Betrachtung literarischen Engagements über die Manifestation kämpferisch Anti-deutscher Gesinnung mit winzigen Ansätzen zur Reflektion, die aber trotz hervorragender Benotung nicht allzusehr dazu beitragen den Peinlichkeitscharakter des Pamphlets zu verringern, bis zum sehr wahrscheinlichen Versuch, eine deutsch-jüdische Vergangenheitsbewältigung mit wissenschaftlicher Distanz zu betrachten. Ich guckte mir diese akademische Präferenz meinerseits teils amüsiert, teils verschämt errötend an um den Plan zu fassen, sie weiterzuführen. Anscheinend lässt sich hier ganz gut mein jeweiliger Status quo ablesen.
Geschäftig und produktiv geht es weiter, Don't Panic weiterhin als Leitsatz, den Regen im Ohr. As long as there is something to laugh, my life can't be that bad.
16. März 2011
Freaky Friday
Kennen Sie noch Freaky Friday? Diesen merkwürdigen Film mit der blutjungen und noch cleanen, unbescholtenen Lindsay Lohan, die als punkiges Gör durch Magie mit ihrer Mutter Körper und somit Rolle tauscht, auf dass die beiden sich durch die gewonnene Perspektive der anderen besser verstehen?
So etwas wünschte ich mir für meine WG, die ein buntes Poutpourri Studierender aus geistes-, natur-, und rechtswissenschaftlichen Fachrichtungen beherbergt. Gerade wenn es um Verteilung der Aufgaben im Haushalt an Tagen, an denen jeder irgendetwas zu tun hat, geht, oder um das Wohlbefinden eines WG-Mitgliedes und die diesem zuteil werdende Aufmerksamkeit, beginnt ein geistiger Schwanzvergleich um Schwierigkeits- und Aufwandsgrad des Tagwerks. An dieser Stelle wünsche ich mir die verrückte Alte mit dem Glückskeks, um mal zu sehen, wie das nun so ist.
Zwei Wochen später fände ich Mathe vielleicht nicht mehr so doof, Publizistik dafür umso mehr, und hätte mich optisch vielleicht meinem großen Vorbild in Sachen Neurosen, Ally Mc Beal, angenähert. Meine MitbewohnerInnen aber würden sicher feststellen, dass doch nicht, wie ich behaupte, die Anhäufung der Leistungserbringungen im Bachelorstudium schuld an meiner stets mangelnden Zeit ist, sondern meine geheime Karriere als Süßigkeitentesterin.
So etwas wünschte ich mir für meine WG, die ein buntes Poutpourri Studierender aus geistes-, natur-, und rechtswissenschaftlichen Fachrichtungen beherbergt. Gerade wenn es um Verteilung der Aufgaben im Haushalt an Tagen, an denen jeder irgendetwas zu tun hat, geht, oder um das Wohlbefinden eines WG-Mitgliedes und die diesem zuteil werdende Aufmerksamkeit, beginnt ein geistiger Schwanzvergleich um Schwierigkeits- und Aufwandsgrad des Tagwerks. An dieser Stelle wünsche ich mir die verrückte Alte mit dem Glückskeks, um mal zu sehen, wie das nun so ist.
Zwei Wochen später fände ich Mathe vielleicht nicht mehr so doof, Publizistik dafür umso mehr, und hätte mich optisch vielleicht meinem großen Vorbild in Sachen Neurosen, Ally Mc Beal, angenähert. Meine MitbewohnerInnen aber würden sicher feststellen, dass doch nicht, wie ich behaupte, die Anhäufung der Leistungserbringungen im Bachelorstudium schuld an meiner stets mangelnden Zeit ist, sondern meine geheime Karriere als Süßigkeitentesterin.
28. Februar 2011
Seien wir doch mal ehrlich...
die Höhenangst ist doch keine Angst vor dem Fall.
Wir sehen nach unten und befürchten, dass wir nicht mehr so lange oben stehen. Und dass das unten ganz schön nach Parkett und Langeweile aussieht. Wenn es denn wenigstens Parkett ist oder ein Bergsee oder das Meer, nicht nur Linoleum und Beton. Dann schwindelt es uns, weil wir wohl oben sein sollten, in echt, oder im Wasser, aber nun kommen Sie mir nicht mit Sehnsucht nach Tiefe, oh bitte.
Und nachdem es uns schwindelte, haben wir Angst. Aber nein, wie ich sagte, nicht vor dem Fall. Angst davor wieder hinabzuklettern, Stufe für Stufe uns dem Boden zu nähern. Ein Fall wäre ja etwas dramatisches- so zack krach bumm yeay - und es täte was nicht nur weh, vielleicht wären wir total im Eimer. Und nicht nur so, Stufe für Stufe runter, und hier was ausgezerrt und da mal gestolpert und hier ein blauer Fleck. Und die Angst vor dem Fall käme nur einmal kurz, sie ist viel zu groß, um sie greifen zu können. Hier dagegen haben wir Schritt für Schritt, jedes mal aufs Neue: Angst vor dem langsamen Runtergehen, rückwärts, Arsch bombenbereit in die Höh. Bleibt nur der Hintern für die Höh, was solls. Ist ja groß genug, wozu denn sonst.
Als ich aus 4 Metern fiel, fiel ich in einen Berg der Dreckwäsche meines Mitbewohners. Ich hab ein bisschen geschrien und dachte "Aua." Aber gar nicht so "Aua", als ich mich umsah, Socken und Boxershorts vor den Augen und ausgerechnet die linke Schulter geprellt, heilen Hinterns.
Wir sehen nach unten und befürchten, dass wir nicht mehr so lange oben stehen. Und dass das unten ganz schön nach Parkett und Langeweile aussieht. Wenn es denn wenigstens Parkett ist oder ein Bergsee oder das Meer, nicht nur Linoleum und Beton. Dann schwindelt es uns, weil wir wohl oben sein sollten, in echt, oder im Wasser, aber nun kommen Sie mir nicht mit Sehnsucht nach Tiefe, oh bitte.
Und nachdem es uns schwindelte, haben wir Angst. Aber nein, wie ich sagte, nicht vor dem Fall. Angst davor wieder hinabzuklettern, Stufe für Stufe uns dem Boden zu nähern. Ein Fall wäre ja etwas dramatisches- so zack krach bumm yeay - und es täte was nicht nur weh, vielleicht wären wir total im Eimer. Und nicht nur so, Stufe für Stufe runter, und hier was ausgezerrt und da mal gestolpert und hier ein blauer Fleck. Und die Angst vor dem Fall käme nur einmal kurz, sie ist viel zu groß, um sie greifen zu können. Hier dagegen haben wir Schritt für Schritt, jedes mal aufs Neue: Angst vor dem langsamen Runtergehen, rückwärts, Arsch bombenbereit in die Höh. Bleibt nur der Hintern für die Höh, was solls. Ist ja groß genug, wozu denn sonst.
Als ich aus 4 Metern fiel, fiel ich in einen Berg der Dreckwäsche meines Mitbewohners. Ich hab ein bisschen geschrien und dachte "Aua." Aber gar nicht so "Aua", als ich mich umsah, Socken und Boxershorts vor den Augen und ausgerechnet die linke Schulter geprellt, heilen Hinterns.
22. Februar 2011
Für euch ist ja schon Alltag, was ich nur das schöne Leben nenne...
Wie meine Tage aussehen? Ich streiche meine Wände und tue nichts. Ab und zu frühstücke ich. Gestern sah mein Tag nicht so aus, ich hatte zwischenmenschliche Kontakte in vielerlei Hinsichten und trieb Sport. Und heute, gerade als ich die Wand fertig bepinselte, erhielt ich eine E-Mail folgenden Inhaltes und erweiterte meine verschiedenartige Ebene der zwischenmenschlichen Kontakte um eine weitere:
"Liebe Mädels,
hat jemand von euch EMail Adresse von Frau Fleischauer? Ich kann den leider nirgendwo finden...
Liebe Grüße aus Warschau,
Zensur"
Eine E-Mail aus einer Stadt, die ich liebe! Die Frage nach einer Frau mit lustigem Namen! Und rund um meinen Namen und E-Mail Adresse alles E-Mailadresse mit einem @stadtforschungtu-darmstadt!
Voila, die Ebene der perfekten Spiegelpersönlichkeit ist erreicht! Das Brettspiel wurde in die Luft gehalten und unten hängt eine Welt dran!
Was macht es denn dann nun schon, dass nicht ich diese Regine Glaß bin? Nein, so ist es sogar noch viel besser. Im Paralleluniversum Darmstadt wohnt eine junge Frau namens Regine Glaß, in deren E-Mailadresse sich höchstwahrscheinlich ein Punkt befindet. Vielleicht hat sie das Problem, dass die Leute ihren Namen wie das Wasserglas aussprechen und die alte Rechtschreibung so sehr aus ihren Köpfen verschwunden ist, dass es nichts hilft, wenn man sie fünf Jahre postnachnamenerkenntnis noch korrigiert. Ganz sicher gefällt ihr aber das Studium der Stadtforschung, denn sie hat eine Kommilitonin, die in Warschau wohnt. Ganz sicher weiß sie ebenso wenig wie ich dass es eine Regine Glaß im Universum gibt, die die Berlinale ganz gern verpasst und ihre E-Mailadresse ohne Punkt schreibt, damit ihre E-Mails immer ankommen.
Jedoch, Regine, ich bin sehr froh, dass Du das so machst. Die E-Mail Deiner Freundin war ein willkommenes Eindringen in meinen Solipsistinnenalltag. Aber weil mir die E-Mailadresse von Frau Fleischauer so sehr ein Bedürfnis ist, wie im Februar am Fensterbrett zu liegen, wo sich in der Scheibe drüber 40 Grad warme Sonnenstrahlen brechen, schreibe ich sogleich eine E-Mail ins große Datenall, eine E-mail an Reginen mit Strichen und Punkten. Eine E-Mail an Warschau versendete ich bereits. Manchmal muss man gar nicht verreisen. Und an irgendwen werden die E-mails wohl ankommen. Reginen of the World, Unite!
"Liebe Mädels,
hat jemand von euch EMail Adresse von Frau Fleischauer? Ich kann den leider nirgendwo finden...
Liebe Grüße aus Warschau,
Zensur"
Eine E-Mail aus einer Stadt, die ich liebe! Die Frage nach einer Frau mit lustigem Namen! Und rund um meinen Namen und E-Mail Adresse alles E-Mailadresse mit einem @stadtforschungtu-darmstadt!
Voila, die Ebene der perfekten Spiegelpersönlichkeit ist erreicht! Das Brettspiel wurde in die Luft gehalten und unten hängt eine Welt dran!
Was macht es denn dann nun schon, dass nicht ich diese Regine Glaß bin? Nein, so ist es sogar noch viel besser. Im Paralleluniversum Darmstadt wohnt eine junge Frau namens Regine Glaß, in deren E-Mailadresse sich höchstwahrscheinlich ein Punkt befindet. Vielleicht hat sie das Problem, dass die Leute ihren Namen wie das Wasserglas aussprechen und die alte Rechtschreibung so sehr aus ihren Köpfen verschwunden ist, dass es nichts hilft, wenn man sie fünf Jahre postnachnamenerkenntnis noch korrigiert. Ganz sicher gefällt ihr aber das Studium der Stadtforschung, denn sie hat eine Kommilitonin, die in Warschau wohnt. Ganz sicher weiß sie ebenso wenig wie ich dass es eine Regine Glaß im Universum gibt, die die Berlinale ganz gern verpasst und ihre E-Mailadresse ohne Punkt schreibt, damit ihre E-Mails immer ankommen.
Jedoch, Regine, ich bin sehr froh, dass Du das so machst. Die E-Mail Deiner Freundin war ein willkommenes Eindringen in meinen Solipsistinnenalltag. Aber weil mir die E-Mailadresse von Frau Fleischauer so sehr ein Bedürfnis ist, wie im Februar am Fensterbrett zu liegen, wo sich in der Scheibe drüber 40 Grad warme Sonnenstrahlen brechen, schreibe ich sogleich eine E-Mail ins große Datenall, eine E-mail an Reginen mit Strichen und Punkten. Eine E-Mail an Warschau versendete ich bereits. Manchmal muss man gar nicht verreisen. Und an irgendwen werden die E-mails wohl ankommen. Reginen of the World, Unite!
13. Februar 2011
Ich mag Hommagen.
Und aus aktuellem Anlass:
Hommage
http://www.youtube.com/watch?v=ejY7clZ28IA
Inspiration
http://www.youtube.com/watch?v=XKUIBL1vnHM
Endlos rekursiv und dann return.
Hommage
http://www.youtube.com/watch?v=ejY7clZ28IA
Inspiration
http://www.youtube.com/watch?v=XKUIBL1vnHM
Endlos rekursiv und dann return.
12. Februar 2011
Me and You and Everyone We Know und die Pink Lady
Sah gestern meinen neuen Lieblingsfilm
und kaufte heute pinke Wandfarbe und etlichen kleinen Buntfarbenkram für das verlierende Tetris an meiner Wand. Gute Zeiten.
und kaufte heute pinke Wandfarbe und etlichen kleinen Buntfarbenkram für das verlierende Tetris an meiner Wand. Gute Zeiten.
10. Februar 2011
Die Sache mit der Struktur.
Mit viel Glück habe ich heute mein Soziologiestudium abgeschlossen. Aber nur mit viel Glück. Diese Tatsache berechtigt mich aber bereits dazu, den Moment dieses Semesters zu feiern:
Ein Statement der Sozialstrukturanalyse, bei dem ich mit todernster Soziologinnenstimme Christiane Rösingers Worte verlas und dafür eine sehr gute Note erhielt.
Hier also das drum rum, viel Spaß!
Statement „Webers soziale Klassen“
Britta: Wer wird Millionär?
Wer geht putzen und wer wird Millionär?
50 Euro-Frage, denn die Antwort ist nicht schwer
Wer lebt prima und wer eher prekär?
Wer geht putzen und wer wird Millionär?
Wer schon hat, dem wird gegeben
Und für uns bleibt nur das schöne Leben
Ja so läuft's, und so wird's weiter laufen
Denn der Teufel scheißt auf den größten Haufen
[...]
Ich zähle täglich meine Sorgen
Dabei denk ich noch nicht einmal an morgen
Ich hab ja keine Angst, nur manchmal frag' ich mich:
Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?
Und alle unsere Geistesgaben kommen gar nicht mehr zum Tragen
Weil wir schon seit jungen Tagen so gar keinen Ehrgeiz haben
Unsere Haut zu Markt zu tragen, da kommen die Geistesgaben
Leider gar nicht mehr zum Tragen
1 Individuum und Gruppenzugehörigkeit heute am Beispiel eines Songtextes
Zum Einstieg trug ich diesen Auszug aus einem Songtext vor, da meine Lesart dieses Textes meine im folgenden erläuterte, positive Haltung gegenüber Webers sozialen Klassen, um die es in diesem Statement zur Sitzung vom 18.11.10 gehen soll, unterstützt.
Der Konflikt, der in dieser postmodernen Lyrik aufgezeigt wird, ist, betrachtet man ihn sachlich, die Frage nach der Zugehörigkeit und der Zufriedenheit eines individuellen „Ichs“ zu einer bestimmten „Schicht“ oder in einem Lebensgefühl. Um mich dem Text anzunähern, habe ich literaturwissenschaftlich hermeneutische Methoden angewandt, und versuchte herauszufinden, für welche Personen das „Ich“ und das „Wir“ stehen und welche sozialen Vörgänge in dem Song beschrieben werden.
Ein Lyrisches „Ich“ stellt Fragen, wer putzen gehe und wer Millionär wird. Die Antwort darauf sei leicht zu geben, denn wer bereits etwas „hätte“ ( was derjenige hätte, wird nicht genau erläutert), dem werde gegeben. Dies sei schon immer so gewesen und würde auch weiter so werden. Für das lyrische Ich, das sich zu einem „uns“ vereinigt, bliebe „nur das schöne Leben“. Besorgt, aber angstfrei fragt es sich, ob dieser Zustand noch „Bohéme“ sei, „oder schon die Unterschicht.“
Ich finde hier also ein Lyrisches Ich, welches eine fatalistische Weltanschauung vertritt, in der soziale Vorgänge nach einem fest geschriebenen, repetitiven Prinzip verlaufen und Besitzverteilungen starr sind. Das Individuum ergibt sich diesen Prinzipien stellt aber sein Unbehagen im Spannungsfeld der Beschreibung seines Lebensgefühls als „Bohéme“ und seiner auf Grund von Besitzlosigkeit möglichen Zugehörigkeit zur Schicht der „Unterschicht“ dar.
In diesem Text fand ich vieles von marxschen und weberschen Modellen wieder, jedoch auch Kritik und Fragen. Hat eine derartige fatalistische Darstellung mit Marx Theorie vom Klassenkampf zu tun?
Nicht ganz. Auch Marx Theorie ist vor allem ein Modell und im Kontext einer Prognose über die wirtschaftlich-gesellschaftliche Entwicklung seiner Epoche zu sehen. Der Text aber verwendet Thesen der Verteilung in Besitz- und Nicht-Besitzklasse und verwendet somit Marx Modell, das also zumindest gefühlt noch existiert. Viel ergiebiger für die Analyse erscheint mir aber Webers Modell der sozialen Klassen. Dieses werde ich im Folgenden noch erläutern.
2 Bedeutung von Webers Modell und Gültigkeit
Woher kommt die Diskrepanz, die das Lyrische Ich in „Ist das noch Bohéme oder schon die Unterschicht?“ fragen lässt und somit dem Gefühl des unbürgerlichen Bohéme, des freigeistigen Künstlers somit in der Prestigehierarchie einen höheren Stellenwert einräumt als der „Unterschicht“, die doch nur die Bezeichnung einer Erwerbsklasse darstellt?
Weber hat die Komplexität der Diskrepanz vom Bewusstsein einer Klasse oder eines Standes sehr schön in ein Modell gebracht, in dem er Marx Klassen der Besitzenden und Nicht-Besitzenden in Erwerbsklassen, Besitzklassen und soziale Klassen unterteilte und somit das Entstehen von sozialer Ungleichheit nicht nur in Hierarchien des Kapitals, sondern auch in Zusammenhang mit dem öffentlichem Ansehen, dem Bildungstand, also ebenso kulturellen und traditionellen Faktoren. brachte. Weber hat in seinem Modell dargestellt, dass ein Wechsel innerhalb der sozialen Klassen durchaus möglich ist, sowie ebenso Ansehen und Macht getrennt vom Besitz betrachtet, in dem er den Begriff der Stände definierte und verwendete.
Am konkreten Beispiel des Textes lässt sich somit also die Einschätzung des lyrischen Ichs der Höherstellung zum Stand der Bohéme mit gleichzeitiger Einordnung in die Unterschicht, also wahrscheinlich äquivalent der Zugehörigkeit zu einer niedrigen Erwerbsklasse, erklären. Geigers Schichtmodell hingegen vereinfacht meiner Meinung nach diese komplexen Verknüpfungen, in dem es den Schichten Mentalitäten zuschreibt. In der Seminardiskussion am 18.11. versuchten die Teilnehmer allerdings Schichten erneut Mentalitäten zuzuschreiben, in dem zum Beispiel die Rede vom unterschiedlichen Studierverhalten von „Akademiker-“ und „Arbeiterkindern“ war. Selbstverständnis und Individualität spielten hier keine besonders große Rolle.
Weber lässt an dieser Stelle im Gegensatz zu Geiger mehr Spielraum in der Ausprägung der Klassen und Stände; freilich wird aber, da es sich um ein Modell handelt auch hier strukturell vereinfacht. Zur möglichen Ausweitung werde ich aber später noch kommen.
Betrachte ich den anschuldigenden Gestus des Textes, der durchaus marxistisch geprägt ist, so komme ich zu der Erkenntnis, dass Weber Marx Modell entschieden erweitert hat. In dem er den Begriff der Klasse um den Begriff des Standes erweiterte, Klassen komplexer unterteilte und Stand, Klasse, Parteien und Macht entkoppelt voneinander betrachtete, erlaubte er einen nüchterneren Blick auf soziale Ungleichheit. Dieser ist meiner Meinung nach ein anzustrebendes Ideal, um real existierende, gesellschaftliche Problem mit Hilfe soziologischer Methoden zu untersuchen, da mit einer allzu starken Politisierung der Weg in einen irrationalen Fatalismus schnell geschieht.
In dem er ein Klassenhandeln anzweifelt, stattdessen zwischen ungerichteten Massenhandlungen auf Grund ähnlicher Klassenlagen und gesellschaftlichem Handeln mit gerichteten Interessen unterscheidet, nimmt er der Klassentheorie ihre fatalistische Aussage. Weber ordnete somit auch weder der Ökonomie noch der Politik automatisch Macht zu. Er übte Kritik an einer zu einseitigen Zuschreibung von der Macht der Ökonomie.
An dieser Stelle muss ich betonen, dass dieses Modell wie jedes Modell immer im realen gesellschaftspolitischen Kontext gesehen werden muss und somit Macht in Systemen durchaus einseitig bestimmt werden kann.
3 Zur Kritik an Webers fehlendem Erklärungsbeitrag
Wieso bleibt beim Individuum aber oft ein Gefühl der ökonomisch erklärbaren Ungerechtigkeit? Woher entsteht „Klassenbewusstsein?“ Kann man zu einer bestimmten sozialen Klasse gehören, wenn Erwerb und Besitz eigentlich nicht dazu legitimieren? Wo sind die Mobilitätsbarrieren, die das Lyrische Ich und das Individuum allgemein am Wechseln der sozialen Klasse hindern?
Auf diese Fragen gibt Webers Ungleichheitsmodell der sozialen Klassen keine Erklärung.
Weber leistete einen komplexen Einblick in die Verknüpfung von ökonomischen, kulturellen und sozialen Faktoren auf das Bewusstsein und die Zugehörigkeit zu einer Klasse, einem Stand oder einer Partei. Er liefert hiermit einen interessanten Rahmen und ein Strukturmodell. Während Geiger versuchte, Schichten Mentalitäten zuzuschreiben, blieb Weber abstrakt und lässt das Modell zeitlos und vielfältig anwendbar bleiben.
Dieser Punkt kann ihm zurecht auch vorgeworfen werden; ist er doch wenig eindeutig und lässt sich nicht recht für realpolitische Lösungen und andere konkrete Schlüsse nutzen. So kann damit, um beim eingangs erwähnten Songtext zu bleiben, untersucht werden, dass es individuell eine Verknüpfung von einer niedrigen Erwerbsklasse mit einer künstlerisch-prestigeträchtigen sozialen Klasse oder gar einem Stand geben kann, die in Geigers Schichtmodell wahrscheinlich eine eigene Schicht als unterbezahltes Künstlerprekariat mit bestimmten Verhaltensweisen und einer Lebensführung bilden würde. Inwieweit dies aber ein politisch-strukturelle Problem sein könnte, wo die Ursachen liegen und wie die Barrieren des ökonomischen Aufstiegs bekämpft werden könnten,darauf lässt sich keine Antwort finden.
Vielleicht ist dies aber auch gut so. Ein Modell zur Strukturanalyse wird immer ein offenes Modell sein, denn in dem ich ein Modell zur Analyse benutze, vereinfache und verallgemeinere ich schon.
4Individuelle Ursachenforschung
Um tiefer in die Ursachenforschung zu gehen, können klassische Modelle um qualitative Forschung erweitert werden. Einbeziehung von aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, zum Beispiel Migration, auf die Forschung wären wünschenswert, ebenso wie ein Begreifen von Webers und Geigers Modellen sowohl als Schritte in der Entwicklung der Sozialstrukturanalyse als auch bleibende Rahmenfaktoren, die es zu erweitern und den aktuellen, gesellschaftlichen Situationen anzupassen gilt.
Ein zeitgemäßes Strukturmodell könnte vom „Wir“ und „Ihr“ zu einem „Ich“ und „Du“ zurückkommen, dass schichtübergreifend Mentalitäten überprüft. Hierbei kann Differenzierung von Besitzklasse, Erwerbsklasse und sozialer Klasse ein Hilfskonstrukt sein, genau wie Geigers Idee vom dominierenden Schichtungsprinzip
Ein Statement der Sozialstrukturanalyse, bei dem ich mit todernster Soziologinnenstimme Christiane Rösingers Worte verlas und dafür eine sehr gute Note erhielt.
Hier also das drum rum, viel Spaß!
Statement „Webers soziale Klassen“
Britta: Wer wird Millionär?
Wer geht putzen und wer wird Millionär?
50 Euro-Frage, denn die Antwort ist nicht schwer
Wer lebt prima und wer eher prekär?
Wer geht putzen und wer wird Millionär?
Wer schon hat, dem wird gegeben
Und für uns bleibt nur das schöne Leben
Ja so läuft's, und so wird's weiter laufen
Denn der Teufel scheißt auf den größten Haufen
[...]
Ich zähle täglich meine Sorgen
Dabei denk ich noch nicht einmal an morgen
Ich hab ja keine Angst, nur manchmal frag' ich mich:
Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?
Und alle unsere Geistesgaben kommen gar nicht mehr zum Tragen
Weil wir schon seit jungen Tagen so gar keinen Ehrgeiz haben
Unsere Haut zu Markt zu tragen, da kommen die Geistesgaben
Leider gar nicht mehr zum Tragen
1 Individuum und Gruppenzugehörigkeit heute am Beispiel eines Songtextes
Zum Einstieg trug ich diesen Auszug aus einem Songtext vor, da meine Lesart dieses Textes meine im folgenden erläuterte, positive Haltung gegenüber Webers sozialen Klassen, um die es in diesem Statement zur Sitzung vom 18.11.10 gehen soll, unterstützt.
Der Konflikt, der in dieser postmodernen Lyrik aufgezeigt wird, ist, betrachtet man ihn sachlich, die Frage nach der Zugehörigkeit und der Zufriedenheit eines individuellen „Ichs“ zu einer bestimmten „Schicht“ oder in einem Lebensgefühl. Um mich dem Text anzunähern, habe ich literaturwissenschaftlich hermeneutische Methoden angewandt, und versuchte herauszufinden, für welche Personen das „Ich“ und das „Wir“ stehen und welche sozialen Vörgänge in dem Song beschrieben werden.
Ein Lyrisches „Ich“ stellt Fragen, wer putzen gehe und wer Millionär wird. Die Antwort darauf sei leicht zu geben, denn wer bereits etwas „hätte“ ( was derjenige hätte, wird nicht genau erläutert), dem werde gegeben. Dies sei schon immer so gewesen und würde auch weiter so werden. Für das lyrische Ich, das sich zu einem „uns“ vereinigt, bliebe „nur das schöne Leben“. Besorgt, aber angstfrei fragt es sich, ob dieser Zustand noch „Bohéme“ sei, „oder schon die Unterschicht.“
Ich finde hier also ein Lyrisches Ich, welches eine fatalistische Weltanschauung vertritt, in der soziale Vorgänge nach einem fest geschriebenen, repetitiven Prinzip verlaufen und Besitzverteilungen starr sind. Das Individuum ergibt sich diesen Prinzipien stellt aber sein Unbehagen im Spannungsfeld der Beschreibung seines Lebensgefühls als „Bohéme“ und seiner auf Grund von Besitzlosigkeit möglichen Zugehörigkeit zur Schicht der „Unterschicht“ dar.
In diesem Text fand ich vieles von marxschen und weberschen Modellen wieder, jedoch auch Kritik und Fragen. Hat eine derartige fatalistische Darstellung mit Marx Theorie vom Klassenkampf zu tun?
Nicht ganz. Auch Marx Theorie ist vor allem ein Modell und im Kontext einer Prognose über die wirtschaftlich-gesellschaftliche Entwicklung seiner Epoche zu sehen. Der Text aber verwendet Thesen der Verteilung in Besitz- und Nicht-Besitzklasse und verwendet somit Marx Modell, das also zumindest gefühlt noch existiert. Viel ergiebiger für die Analyse erscheint mir aber Webers Modell der sozialen Klassen. Dieses werde ich im Folgenden noch erläutern.
2 Bedeutung von Webers Modell und Gültigkeit
Woher kommt die Diskrepanz, die das Lyrische Ich in „Ist das noch Bohéme oder schon die Unterschicht?“ fragen lässt und somit dem Gefühl des unbürgerlichen Bohéme, des freigeistigen Künstlers somit in der Prestigehierarchie einen höheren Stellenwert einräumt als der „Unterschicht“, die doch nur die Bezeichnung einer Erwerbsklasse darstellt?
Weber hat die Komplexität der Diskrepanz vom Bewusstsein einer Klasse oder eines Standes sehr schön in ein Modell gebracht, in dem er Marx Klassen der Besitzenden und Nicht-Besitzenden in Erwerbsklassen, Besitzklassen und soziale Klassen unterteilte und somit das Entstehen von sozialer Ungleichheit nicht nur in Hierarchien des Kapitals, sondern auch in Zusammenhang mit dem öffentlichem Ansehen, dem Bildungstand, also ebenso kulturellen und traditionellen Faktoren. brachte. Weber hat in seinem Modell dargestellt, dass ein Wechsel innerhalb der sozialen Klassen durchaus möglich ist, sowie ebenso Ansehen und Macht getrennt vom Besitz betrachtet, in dem er den Begriff der Stände definierte und verwendete.
Am konkreten Beispiel des Textes lässt sich somit also die Einschätzung des lyrischen Ichs der Höherstellung zum Stand der Bohéme mit gleichzeitiger Einordnung in die Unterschicht, also wahrscheinlich äquivalent der Zugehörigkeit zu einer niedrigen Erwerbsklasse, erklären. Geigers Schichtmodell hingegen vereinfacht meiner Meinung nach diese komplexen Verknüpfungen, in dem es den Schichten Mentalitäten zuschreibt. In der Seminardiskussion am 18.11. versuchten die Teilnehmer allerdings Schichten erneut Mentalitäten zuzuschreiben, in dem zum Beispiel die Rede vom unterschiedlichen Studierverhalten von „Akademiker-“ und „Arbeiterkindern“ war. Selbstverständnis und Individualität spielten hier keine besonders große Rolle.
Weber lässt an dieser Stelle im Gegensatz zu Geiger mehr Spielraum in der Ausprägung der Klassen und Stände; freilich wird aber, da es sich um ein Modell handelt auch hier strukturell vereinfacht. Zur möglichen Ausweitung werde ich aber später noch kommen.
Betrachte ich den anschuldigenden Gestus des Textes, der durchaus marxistisch geprägt ist, so komme ich zu der Erkenntnis, dass Weber Marx Modell entschieden erweitert hat. In dem er den Begriff der Klasse um den Begriff des Standes erweiterte, Klassen komplexer unterteilte und Stand, Klasse, Parteien und Macht entkoppelt voneinander betrachtete, erlaubte er einen nüchterneren Blick auf soziale Ungleichheit. Dieser ist meiner Meinung nach ein anzustrebendes Ideal, um real existierende, gesellschaftliche Problem mit Hilfe soziologischer Methoden zu untersuchen, da mit einer allzu starken Politisierung der Weg in einen irrationalen Fatalismus schnell geschieht.
In dem er ein Klassenhandeln anzweifelt, stattdessen zwischen ungerichteten Massenhandlungen auf Grund ähnlicher Klassenlagen und gesellschaftlichem Handeln mit gerichteten Interessen unterscheidet, nimmt er der Klassentheorie ihre fatalistische Aussage. Weber ordnete somit auch weder der Ökonomie noch der Politik automatisch Macht zu. Er übte Kritik an einer zu einseitigen Zuschreibung von der Macht der Ökonomie.
An dieser Stelle muss ich betonen, dass dieses Modell wie jedes Modell immer im realen gesellschaftspolitischen Kontext gesehen werden muss und somit Macht in Systemen durchaus einseitig bestimmt werden kann.
3 Zur Kritik an Webers fehlendem Erklärungsbeitrag
Wieso bleibt beim Individuum aber oft ein Gefühl der ökonomisch erklärbaren Ungerechtigkeit? Woher entsteht „Klassenbewusstsein?“ Kann man zu einer bestimmten sozialen Klasse gehören, wenn Erwerb und Besitz eigentlich nicht dazu legitimieren? Wo sind die Mobilitätsbarrieren, die das Lyrische Ich und das Individuum allgemein am Wechseln der sozialen Klasse hindern?
Auf diese Fragen gibt Webers Ungleichheitsmodell der sozialen Klassen keine Erklärung.
Weber leistete einen komplexen Einblick in die Verknüpfung von ökonomischen, kulturellen und sozialen Faktoren auf das Bewusstsein und die Zugehörigkeit zu einer Klasse, einem Stand oder einer Partei. Er liefert hiermit einen interessanten Rahmen und ein Strukturmodell. Während Geiger versuchte, Schichten Mentalitäten zuzuschreiben, blieb Weber abstrakt und lässt das Modell zeitlos und vielfältig anwendbar bleiben.
Dieser Punkt kann ihm zurecht auch vorgeworfen werden; ist er doch wenig eindeutig und lässt sich nicht recht für realpolitische Lösungen und andere konkrete Schlüsse nutzen. So kann damit, um beim eingangs erwähnten Songtext zu bleiben, untersucht werden, dass es individuell eine Verknüpfung von einer niedrigen Erwerbsklasse mit einer künstlerisch-prestigeträchtigen sozialen Klasse oder gar einem Stand geben kann, die in Geigers Schichtmodell wahrscheinlich eine eigene Schicht als unterbezahltes Künstlerprekariat mit bestimmten Verhaltensweisen und einer Lebensführung bilden würde. Inwieweit dies aber ein politisch-strukturelle Problem sein könnte, wo die Ursachen liegen und wie die Barrieren des ökonomischen Aufstiegs bekämpft werden könnten,darauf lässt sich keine Antwort finden.
Vielleicht ist dies aber auch gut so. Ein Modell zur Strukturanalyse wird immer ein offenes Modell sein, denn in dem ich ein Modell zur Analyse benutze, vereinfache und verallgemeinere ich schon.
4Individuelle Ursachenforschung
Um tiefer in die Ursachenforschung zu gehen, können klassische Modelle um qualitative Forschung erweitert werden. Einbeziehung von aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, zum Beispiel Migration, auf die Forschung wären wünschenswert, ebenso wie ein Begreifen von Webers und Geigers Modellen sowohl als Schritte in der Entwicklung der Sozialstrukturanalyse als auch bleibende Rahmenfaktoren, die es zu erweitern und den aktuellen, gesellschaftlichen Situationen anzupassen gilt.
Ein zeitgemäßes Strukturmodell könnte vom „Wir“ und „Ihr“ zu einem „Ich“ und „Du“ zurückkommen, dass schichtübergreifend Mentalitäten überprüft. Hierbei kann Differenzierung von Besitzklasse, Erwerbsklasse und sozialer Klasse ein Hilfskonstrukt sein, genau wie Geigers Idee vom dominierenden Schichtungsprinzip
9. Februar 2011
Lied gegen die Schwerkraft
Sag mal Körper, langsam fühle ich mich verarscht von Dir. Hast Du es nicht noch vor zwei Wochen geschafft, dass mich Verkäuferinnen als "armes süßes kleines Mädchen bezeichneten", als ich kaltblütig ein Kleid umtauschen wollte, dass ich anderswo billiger gesehen hatte? Wurde ich wegen Dir nicht gestern beim Bier kaufen nach meinem Ausweis gefragt?
Gut, dass ich mich bereits Mitte September darauf freuen kann, "Ich hab 23 Jahre mit mir verbracht" durch mein Revier zu schmettern, damit habe ich mich schon abgefunden. Und auch damit, dass mein Wortschatz immer noch schwindend gering ist, ich ab und zu über der Kloschüssel hänge, nur einen Abend vor Klausuren zu lernen beginne, mir Tetrisfelder an die Wand malen möchte, der Ausdruck "an der Tür schellen" in mir Lachanfälle auslöst. Aber in der Performation von traditioneller Weiblichkeit hast Du mich einst mit üppigen Hüften beschert, die über Körbchengröße 75 A hinwegtäuschten. Und nun, gerade mal 10 Jahre später, was fällt Dir da Lustiges ein? Links im Winkel, was seh ich da? Die Schwerkraft. Das ist doch kein Alter für die Schwerkraft! Ich bin doch nicht Dornröschen, die mit 20 schon so zäh war, dass man eine besonders alte Hirschkuh finden musste, um damit die Menschenfresserstiefmutter zu verkohlen! Und außerdem ist da doch gar nichts da, für die Schwerkraft! Ich dachte immer, das kommt noch und dann hängt es bereits! Das ist bloßer Zerstörungswillen der Schwerkraft! Pure Lust am Deprimieren auf der Mikroebene. Damit auf der Meseoebene mehr verhüllende Klamotten gekauft werden. Und auf der Makroebene die Runterdrückung der Frau durch die Schwere, ob die der Männer oder anderer Kräfte des Seins, abgefeiert wird. Na komm, Schwerkraft, das ist doch wirklich nicht Dein Ernst, oder? Soll ich nun, sollte ich mal meinen Ausweis vergessen, sagen, sehen Sie sich doch mal meine Brüste an, hm? Ist es das, was Du willst? Und Körper, Du lässt das einfach so zu? Ich bin enttäuscht. Peter Licht hatte Recht, verdammt.
Nur weil ich mit 10 meiner Mutter noch glauben machte, ich würde mir immer noch gern Tierheim-Tier-Vermittelsendungen angucken, weil ich glaubte, es bräche ihr das Herz, wenn sie die Wahrheit erführe, und aus dem selben Grund meinem Vater mit 15 verschwieg, das mein Liebesleben sich nicht mehr 19:40 bei GZSZ abspielte, brauchst Du Dich doch nicht damit zu rächen!
Gut, dass ich mich bereits Mitte September darauf freuen kann, "Ich hab 23 Jahre mit mir verbracht" durch mein Revier zu schmettern, damit habe ich mich schon abgefunden. Und auch damit, dass mein Wortschatz immer noch schwindend gering ist, ich ab und zu über der Kloschüssel hänge, nur einen Abend vor Klausuren zu lernen beginne, mir Tetrisfelder an die Wand malen möchte, der Ausdruck "an der Tür schellen" in mir Lachanfälle auslöst. Aber in der Performation von traditioneller Weiblichkeit hast Du mich einst mit üppigen Hüften beschert, die über Körbchengröße 75 A hinwegtäuschten. Und nun, gerade mal 10 Jahre später, was fällt Dir da Lustiges ein? Links im Winkel, was seh ich da? Die Schwerkraft. Das ist doch kein Alter für die Schwerkraft! Ich bin doch nicht Dornröschen, die mit 20 schon so zäh war, dass man eine besonders alte Hirschkuh finden musste, um damit die Menschenfresserstiefmutter zu verkohlen! Und außerdem ist da doch gar nichts da, für die Schwerkraft! Ich dachte immer, das kommt noch und dann hängt es bereits! Das ist bloßer Zerstörungswillen der Schwerkraft! Pure Lust am Deprimieren auf der Mikroebene. Damit auf der Meseoebene mehr verhüllende Klamotten gekauft werden. Und auf der Makroebene die Runterdrückung der Frau durch die Schwere, ob die der Männer oder anderer Kräfte des Seins, abgefeiert wird. Na komm, Schwerkraft, das ist doch wirklich nicht Dein Ernst, oder? Soll ich nun, sollte ich mal meinen Ausweis vergessen, sagen, sehen Sie sich doch mal meine Brüste an, hm? Ist es das, was Du willst? Und Körper, Du lässt das einfach so zu? Ich bin enttäuscht. Peter Licht hatte Recht, verdammt.
Nur weil ich mit 10 meiner Mutter noch glauben machte, ich würde mir immer noch gern Tierheim-Tier-Vermittelsendungen angucken, weil ich glaubte, es bräche ihr das Herz, wenn sie die Wahrheit erführe, und aus dem selben Grund meinem Vater mit 15 verschwieg, das mein Liebesleben sich nicht mehr 19:40 bei GZSZ abspielte, brauchst Du Dich doch nicht damit zu rächen!
8. Februar 2011
Immer noch
Immer noch
zieht es sich vor allen anderen
leichter aus
(ich mich)
als vor Dir.
Und an.
(ich die anderen, oder so)
zieht es sich vor allen anderen
leichter aus
(ich mich)
als vor Dir.
Und an.
(ich die anderen, oder so)
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